Worum geht es?
KLARpsy-Texte bereiten Forschungsergebnisse aus der Psychologie für die Öffentlichkeit auf. Dieser KLARpsy-Text wurde von Mitarbeitenden des Leibniz-Instituts für Psychologie verfasst. Der KLARpsy-Text fasst die Übersichtsarbeit mit dem Titel The relationship between sleep duration and mood in adolescents: A systematic review and meta-analysis zusammen. Diese Übersichtsarbeit beinhaltet eine Metaanalyse. Die Übersichtsarbeit wurde 2020 veröffentlicht. Sie stammt von Michelle A. Short und vier weiteren Forschenden von der Flinders Universität in Adelaide in Australien und vier weiteren Institutionen.
Was war das Ziel der Übersichtsarbeit?
Hintergrund:
Jugendliche schlafen häufig weniger als die für ihr Alter empfohlenen acht bis zehn Stunden. Einige Studien haben gezeigt, dass zu wenig Schlaf mit einem höheren Risiko für psychische Krankheiten wie
Forschungsfrage:
Mit ihrer Übersichtsarbeit wollten die Forschenden herausfinden: Fühlen sich Jugendliche schlechter, wenn sie zu wenig schlafen?
Wie sind die Forschenden in der Übersichtsarbeit vorgegangen?
Welche Studien haben die Forschenden für die Übersichtsarbeit gesucht?
Die Forschenden suchten nach Studien, in denen der Zusammenhang zwischen der Schlafdauer und der Stimmung untersucht wurde. Dazu musste der Zusammenhang zu mindestens einem Merkmal wie positive Stimmung, Ängstlichkeit oder
Welche Studien haben die Forschenden für die Übersichtsarbeit gefunden?
Die Forschenden haben 73 Studien aus dem Zeitraum von 2002 bis 2018 gefunden, deren Ergebnisse sie zu einer Metaanalyse zusammenfassen konnten. Die Studien stammten aus verschiedenen Ländern in Asien, Nordamerika, Australien und Europa.
Was haben die Forschenden in der Übersichtsarbeit gemacht?
In den 73 Studien schauten die Forschenden, wie die Schlafdauer der Jugendlichen mit einzelnen Merkmalen ihrer Stimmung zusammenhing. Sie untersuchten dabei den Zusammenhang mit positiven Merkmalen und negativen Merkmalen.
Was haben die Forschenden in der Übersichtsarbeit untersucht?
Folgende Merkmale haben die Forschenden untersucht:
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Schlafdauer
- altersgerecht: über acht Stunden
- zu wenig: unter acht Stunden
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Stimmung, zum Beispiel
- positive Stimmung
- Ängstlichkeit
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niedergeschlagene Stimmung
Hinweis der KLARpsy-Autor:innen
Sollten Ihnen Begriffe in diesem Abschnitt nicht vertraut sein, finden Sie eine Erklärung im KLARpsy-Wörterbuch.
Was sind die wichtigsten Ergebnisse?
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Jugendliche, die zu wenig schliefen, neigten insgesamt dazu, sich schlechter zu fühlen als Jugendliche, die ausreichend schliefen. Die
Odds Ratio lag bei 1.55. Das bedeutet: das Risiko, sich psychisch schlechter zu fühlen, war bei Jugendlichen, die zu wenig schliefen, um etwa das 1.5-fache erhöht. -
Die Zusammenhänge unterschieden sich je nach Merkmal der Stimmung. Am niedrigsten war der Zusammenhang bei Ängstlichkeit. Hier lag die Odds Ratio bei 1.41. Das Risiko, sich ängstlich zu fühlen, war bei Jugendlichen, die zu wenig schliefen, um etwa das 1.4-fache erhöht.
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Am größten war der Zusammenhang bei positiver Stimmung. Hier lag die Odds Ratio bei 2.02. Das Risiko, weniger positiv gestimmt zu sein, war bei Jugendlichen, die zu wenig schliefen, um das Doppelte erhöht.
Wie lassen sich die Ergebnisse bewerten?
Was ist die Ursache für die Ergebnisse?
In der Übersichtsarbeit wurde ein Zusammenhang zwischen der Schlafdauer und der Stimmung gefunden. Wegen der Art der Studien, die berücksichtigt wurden, weiß man nur, dass es diesen Zusammenhang gibt. Man kann aber nicht sicher sagen, dass zu wenig Schlaf auch die Ursache für die schlechtere Stimmung ist.
Sind die Ergebnisse durch eingeschränktes Veröffentlichen von Studien verzerrt?
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Worum geht es? Eindeutige Forschungsergebnisse lassen sich leichter veröffentlichen als uneindeutige Ergebnisse. Das ist für Übersichtsarbeiten problematisch. Sie können unveröffentlichte Ergebnisse nämlich nicht berücksichtigen.
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Was bedeutet das für die vorliegende Übersichtsarbeit? Die Forschenden fanden keine Hinweise auf solche Verzerrungen. Sie nehmen deshalb an, dass der Zusammenhang zwischen Schlafdauer und Stimmung tatsächlich ähnlich groß ist wie in ihrer Übersichtsarbeit berechnet.
Wie zuverlässig sind die Ergebnisse?
Die Forschenden geben zu bedenken: Die Ergebnisse der einzelnen Studien waren sehr verschieden. Das Ergebnis der Metaanalyse ist dadurch unsicher.
Welchen Alltagsbezug sehen die Forschenden in der Übersichtsarbeit?
Die Forschenden schließen aus den Ergebnissen, dass zu wenig Schlaf bei Jugendlichen negative Auswirkungen auf die Stimmung haben könnte. Um zu verhindern, dass sich Schlafmangel langfristig auf die psychische Gesundheit von Jugendlichen auswirkt, schlagen sie vor, aktiv dafür zu sorgen, dass Jugendliche ausreichend schlafen. Beispielsweise könnte dafür gesorgt werden, dass die Schule später beginnt.
Was ist noch zu beachten?
Wer hat die Übersichtsarbeit finanziert?
In der Übersichtsarbeit können keine Angaben dazu gefunden werden, wie diese finanziert wurde.
Berichten die Forschenden in der Übersichtsarbeit eigene Interessenkonflikte?
Die Forschenden berichten, dass keine