Worum geht es?
KLARpsy-Texte bereiten Forschungsergebnisse aus der Psychologie für die Öffentlichkeit auf. Dieser KLARpsy-Text wurde von Mitarbeitenden des Leibniz-Instituts für Psychologie verfasst. Der KLARpsy-Text fasst die Übersichtsarbeit mit dem Titel The association between eating disorders and perfectionism in adults: A systematic review and meta-analysis zusammen. Diese Übersichtsarbeit beinhaltet eine Metaanalyse. Die Übersichtsarbeit wurde 2023 veröffentlicht. Sie stammt von Rose Stackpole und drei weiteren Forschenden von der Curtin Universität und der Universität von Queensland in Australien.
Was war das Ziel der Übersichtsarbeit?
Hintergrund:
Forschungsfrage:
Mit ihrer Übersichtsarbeit wollten die Forschenden herausfinden: Hängt Perfektionismus mit Anzeichen von Essstörungen zusammen? Ist der Zusammenhang unterschiedlich stark, je nachdem, welche perfektionistische Eigenschaft besonders ausgeprägt ist?
Wie sind die Forschenden in der Übersichtsarbeit vorgegangen?
Welche Studien haben die Forschenden für die Übersichtsarbeit gesucht?
Die Forschenden suchten nach Studien, die einen Zusammenhang zwischen
Welche Studien haben die Forschenden für die Übersichtsarbeit gefunden?
Die Forschenden fanden 95 Studien aus den Jahren zwischen 1996 und 2023 mit insgesamt 32 840 Teilnehmenden, deren Ergebnisse sie zu einer Metaanalyse zusammenfassen konnten. Der Großteil der Studien stammte aus den USA und Kanada, gefolgt von europäischen Ländern. Weitere Studien stammten aus Australien, Asien und Südamerika.
Was haben die Forschenden in der Übersichtsarbeit gemacht?
In den 95 Studien schauten die Forschenden, ob Personen mehr Anzeichen einer Essstörung zeigen, je perfektionistischer sie sind. Sie sahen sich dabei auch an, ob die Zusammenhänge für bestimmte perfektionistische Eigenschaften, wie der Angst, Fehler zu machen, stärker oder schwächer sind.
Was haben die Forschenden in der Übersichtsarbeit untersucht?
Folgende Merkmale haben die Forschenden untersucht:
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Wie perfektionistisch sind die Personen?
- Wie sehr streben sie danach, besonders gut zu sein?
- Wie sehr haben sie Angst, Fehler zu machen?
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Wie viele Anzeichen einer Essstörung zeigen die Personen?
Hinweis der KLARpsy-Autor:innen
Sollten Ihnen Begriffe in diesem Abschnitt nicht vertraut sein, finden Sie eine Erklärung im KLARpsy-Wörterbuch.
Was sind die wichtigsten Ergebnisse?
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Je
perfektionistischer die Personen waren, desto mehr Anzeichen einerEssstörung zeigten sie. DieKorrelation r betrug 0.28. Das entspricht einem kleinen Zusammenhang zwischen Perfektionismus und Anzeichen von Essstörungen. -
Der Zusammenhang war unterschiedlich groß, je nachdem, welche perfektionistische Eigenschaft betrachtet wurde. Zwischen dem Streben danach, besonders gut zu sein und Anzeichen einer Essstörung betrug die Korrelation r 0.2. Dies entspricht einem sehr kleinen Zusammenhang. Zwischen der Angst, Fehler zu machen und Anzeichen einer Essstörung betrug die Korrelation r 0.33. Dies entspricht einem kleinen Zusammenhang.
Wie lassen sich die Ergebnisse bewerten?
Was ist die Ursache für die Ergebnisse?
In der Übersichtsarbeit wurde ein Zusammenhang zwischen Perfektionismus und Anzeichen von Essstörungen gefunden. Wegen der Art der Studien, die berücksichtigt wurden, weiß man nur, dass es diesen Zusammenhang gibt. Man kann aber nicht sicher sagen, dass der Perfektionismus auch die Ursache für erhöhte Anzeichen von Essstörungen ist.
Sind die Ergebnisse durch eingeschränktes Veröffentlichen von Studien verzerrt?
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Worum geht es? Eindeutige Forschungsergebnisse lassen sich leichter veröffentlichen als uneindeutige Ergebnisse. Das ist für Übersichtsarbeiten problematisch. Sie können unveröffentlichte Ergebnisse nämlich nicht berücksichtigen.
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Was bedeutet das für die vorliegende Übersichtsarbeit? Die Forschenden fanden Hinweise auf solche Verzerrungen. Sie nehmen deshalb an, dass der Zusammenhang zwischen Perfektionismus und Anzeichen von Essstörungen tatsächlich kleiner ist als in ihrer Übersichtsarbeit berechnet.
Wie zuverlässig sind die Ergebnisse?
Die Forschenden geben zu bedenken: Die meisten Studien untersuchten nur Frauen. Außerdem wurden vor allem Personen, die jünger als 30 Jahre alt waren, untersucht. Die Ergebnisse sind daher nicht uneingeschränkt auf alle Menschen zu übertragen. Außerdem war nicht immer ganz eindeutig, ob die Teilnehmenden mit einer Essstörung diagnostiziert waren oder nicht und ob sie sich in einer Behandlung befanden.
Welchen Alltagsbezug sehen die Forschenden in der Übersichtsarbeit?
Die Forschenden schließen aus den Ergebnissen, dass
Was ist noch zu beachten?
Wer hat die Übersichtsarbeit finanziert?
Die Erstellung der Übersichtsarbeit wurde nicht durch Dritte, zum Beispiel Stiftungen oder Unternehmen, finanziell gefördert oder unterstützt.
Berichten die Forschenden in der Übersichtsarbeit eigene Interessenkonflikte?
Die Forschenden berichten folgende