Worum geht es?
KLARpsy-Texte bereiten Forschungsergebnisse aus der Psychologie für die Öffentlichkeit auf. Dieser KLARpsy-Text wurde von Mitarbeitenden des Leibniz-Instituts für Psychologie verfasst. Der KLARpsy-Text fasst die Übersichtsarbeit mit dem Titel Effect of breathwork on stress and mental health: A meta‑analysis of randomised‑controlled trials zusammen. Diese Übersichtsarbeit beinhaltet eine Metaanalyse. Die Übersichtsarbeit wurde 2023 veröffentlicht. Sie stammt von Guy Fincham und drei weiteren Forschenden von der Universität Sussex und drei weiteren Einrichtungen aus Großbritannien und Spanien.
Was war das Ziel der Übersichtsarbeit?
Hintergrund:
Viele Menschen fühlen sich im Alltag gestresst. Das kann auf Dauer zu verschiedenen körperlichen und psychischen Erkrankungen führen. Um
Forschungsfrage:
Mit ihrer Übersichtsarbeit wollten die Forschenden herausfinden: Fühlen sich Personen, die Atemübungen machen, danach weniger gestresst als Personen, die keine Atemübungen machen?
Wie sind die Forschenden in der Übersichtsarbeit vorgegangen?
Welche Studien haben die Forschenden für die Übersichtsarbeit gesucht?
Die Forschenden suchten nach Studien, die Personen, die Atemübungen machten, mit Personen verglichen, die keine Atemübungen machten. Die Studien mussten untersuchen, wie gestresst sich die Personen fühlten. Ob die Personen Atemübungen machten oder nicht, musste
Welche Studien haben die Forschenden für die Übersichtsarbeit gefunden?
Die Forschenden fanden 12 Studien aus den Jahren 2012 bis 2021, deren Ergebnisse sie zu einer Metaanalyse zusammenfassen konnten. Insgesamt waren das die Daten von 785 Personen. Die meisten Studien stammten aus den USA, weitere aus Indien, Kanada, Israel und der Türkei. Die Studien untersuchten jeweils zwischen 10 und 150 Personen.
Was haben die Forschenden in der Übersichtsarbeit gemacht?
In den 12 Studien schauten die Forschenden, ob sich Personen, die Atemübungen machten, danach weniger gestresst fühlen als Personen, die keine Atemübungen machten. Sie sahen sich außerdem an, wie depressiv oder ängstlich sich die Personen danach fühlten.
Was haben die Forschenden in der Übersichtsarbeit untersucht?
Folgende Merkmale haben die Forschenden untersucht:
- Atemübungen
- ja oder nein
- wahrgenommener
Stress - niedrig bis hoch
-
Depressivität - niedrig bis hoch
- Ängstlichkeit
- niedrig bis hoch
Hinweis der KLARpsy-Autor:innen
Sollten Ihnen Begriffe in diesem Abschnitt nicht vertraut sein, finden Sie eine Erklärung im KLARpsy-Wörterbuch.
Was sind die wichtigsten Ergebnisse?
- Personen, die Atemübungen machten, fühlten sich danach weniger gestresst als Personen, die keine Atemübungen machten.
Hedges g betrug 0.35. Das entspricht einem kleinen Unterschied zwischen Personen mit und ohne Atemübungen. - Personen, die Atemübungen machten, fühlten sich danach weniger depressiv als Personen, die keine Atemübungen machten. Hedges g betrug 0.40. Das entspricht einem kleinen Unterschied zwischen Personen mit und ohne Atemübungen.
- Personen, die Atemübungen machten, fühlten sich danach weniger ängstlich als Personen, die keine Atemübungen machten. Hedges g betrug 0.32. Das entspricht einem kleinen Unterschied zwischen Personen mit und ohne Atemübungen.
Wie lassen sich die Ergebnisse bewerten?
Was ist die Ursache für die Ergebnisse?
In der Übersichtsarbeit wurde ein Unterschied im wahrgenommenen
Sind die Ergebnisse durch eingeschränktes Veröffentlichen von Studien verzerrt?
- Worum geht es? Eindeutige Forschungsergebnisse lassen sich leichter veröffentlichen als uneindeutige Ergebnisse. Das ist für Übersichtsarbeiten problematisch. Sie können unveröffentlichte Ergebnisse nämlich nicht berücksichtigen.
- Was bedeutet das für die vorliegende Übersichtsarbeit? Die Forschenden fanden kaum Hinweise auf solche Verzerrungen. Sie nehmen deshalb an, dass der Unterschied zwischen Personen, die Atemübungen machen, und denen, die keine Atemübungen machen, tatsächlich ähnlich groß ist wie in ihrer Übersichtsarbeit berechnet.
Wie zuverlässig sind die Ergebnisse?
Die Forschenden geben zu bedenken: Die Ergebnisse der einzelnen Studien waren sehr verschieden. Insgesamt konnten sie nur 12 Studien mit einer Metaanalyse zusammenfassen und in einigen Studien haben nur wenige Personen teilgenommen. Das Ergebnis der Metaanalyse ist dadurch unsicher. Außerdem könnten weitere Merkmale wie das Alter oder die Kultur von Personen die Wirkung von Atemübungen beeinflussen. Zudem untersuchten die eingeschlossenen Studien nur die Selbsteinschätzung der Teilnehmenden (zum Beispiel selbst wahrgenommener Stress). Es gab kaum Studien dazu, wie der Körper und das Gehirn auf Atemübungen reagieren.
Welchen Alltagsbezug sehen die Forschenden in der Übersichtsarbeit?
Die Forschenden schließen aus den Ergebnissen, dass Atemübungen dabei helfen können, weniger
Was ist noch zu beachten?
Wer hat die Übersichtsarbeit finanziert?
Die Erstellung der Übersichtsarbeit wurde durch spanische und japanische Stiftungen und Organisationen unterstützt.
Berichten die Forschenden in der Übersichtsarbeit eigene Interessenkonflikte?
Die Forschenden berichten folgende