Worum geht es?
KLARpsy-Texte bereiten Forschungsergebnisse aus der Psychologie für die Öffentlichkeit auf. Dieser KLARpsy-Text wurde von Mitarbeitenden des Leibniz-Instituts für Psychologie verfasst. Der KLARpsy-Text fasst die Übersichtsarbeit mit dem Titel The effects of imagery interventions in sports: a meta-analysis zusammen. Diese Übersichtsarbeit beinhaltet eine Metaanalyse. Die Übersichtsarbeit wurde 2020 veröffentlicht. Sie stammt von Bianca Simonsmeier und drei weiteren Forschenden von der Universität Trier und zwei weiteren Instituten.
Was war das Ziel der Übersichtsarbeit?
Hintergrund:
Forschungsfrage:
Mit ihrer Übersichtsarbeit wollten die Forschenden herausfinden: Welchen Effekt haben Vorstellungsübungen auf die sportliche Leistung, die
Wie sind die Forschenden in der Übersichtsarbeit vorgegangen?
Welche Studien haben die Forschenden für die Übersichtsarbeit gesucht?
Die Forschenden suchten nach Studien über Vorstellungsübungen im Sport. Die
Welche Studien haben die Forschenden für die Übersichtsarbeit gefunden?
Die Forschenden fanden 55 Studien mit insgesamt 1 438 Teilnehmenden. Die Studien wurden zwischen 1960 und 2018 veröffentlicht. Die Teilnehmenden waren im Durchschnitt 22 Jahre alt und die meisten hatte keine Vorerfahrung mit
Was haben die Forschenden in der Übersichtsarbeit gemacht?
In den 55 Studien schauten die Forschenden, ob sich die sportliche Leistung, die
Was haben die Forschenden in der Übersichtsarbeit untersucht?
Folgende Merkmale wurden erfasst:
-
Haben die Teilnehmenden eine Vorstellungsübung gemacht?
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Wurde die Vorstellungsübung mit körperlichem Training kombiniert?
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Die sportliche Leistung nach der Übung
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Die Motivation nach der Übung
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Das emotionale Wohlbefinden nach der Übung
Hinweis der KLARpsy-Autor:innen
Sollten Ihnen Begriffe in diesem Abschnitt nicht vertraut sein, finden Sie eine Erklärung im KLARpsy-Wörterbuch.
Was sind die wichtigsten Ergebnisse?
- Teilnehmende, die eine
Vorstellungsübung machten, unterschieden sich von Teilnehmenden, die keine solche Übung machten. DieEffektstärke Cohens d lag bei 0.25. Das ist ein kleiner Effekt. Umgerechnet auf 100 Personen bedeutet dies: 60 von 100 Personen, die eine Vorstellungsübung gemacht hatten, hatten eine bessere sportliche Leistung, höhereMotivation und emotionales Wohlbefinden als der Durchschnitt der Personen, die keine Übung gemacht hatten. - Dabei gab es keinen bedeutsamen Unterschied zwischen der Stärke des Effekts von Vorstellungsübungen auf die sportliche Leistung, die Motivation und das emotionale Wohlbefinden. Die Effektstärke Cohens d betrug bei sportlicher Leistung 0.47, bei Motivation 0.35 und bei emotionalem Wohlbefinden 0.27. Das sind kleine bis mittelstarke Effekte.
- Teilnehmende, die sowohl Vorstellungsübungen als auch körperliches Training machten, zeigten bessere sportliche Leistungen, Motivation und emotionales Wohlbefinden als Teilnehmende, die nur körperliche Übungen machten. Die Effektstärke Cohens d lag hier bei 0.16. Das ist ein kleiner Unterschied. Umgerechnet auf 100 Personen bedeutet dies: 56 von 100 Personen, die sowohl Vorstellungsübungen als auch körperliches Training machten, zeigten eine bessere sportliche Leistung, höhere Motivation und emotionales Wohlbefinden als der Durchschnitt der Personen, die nur körperlich trainierten.
Wie lassen sich die Ergebnisse bewerten?
Was ist die Ursache für die Ergebnisse?
In der Übersichtsarbeit wurde der Unterschied in der sportlichen Leistung, der
Sind die Ergebnisse durch eingeschränktes Veröffentlichen von Studien verzerrt?
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Worum geht es? Eindeutige Forschungsergebnisse lassen sich leichter veröffentlichen als uneindeutige Ergebnisse. Das ist für Übersichtsarbeiten problematisch. Sie können unveröffentlichte Ergebnisse nämlich nicht berücksichtigen.
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Was bedeutet das für die vorliegende Übersichtsarbeit? Die Forschenden fanden keine Hinweise auf solche Verzerrungen. Sie nehmen deshalb an, dass der Unterschied zwischen Teilnehmenden, die Vorstellungsübungen durchgeführt haben, und solchen, die solche Übungen nicht durchgeführt haben, tatsächlich ähnlich groß ist, wie in ihrer Übersichtsarbeit berechnet.
Wie zuverlässig sind die Ergebnisse?
Die meisten Studien untersuchten die sportliche Leistung und nur wenige Studien untersuchten Motivation und emotionales Wohlbefinden. Außerdem wurden in den berücksichtigten Studien keine professionellen Sportler:innen untersucht, weshalb man aus diesen Ergebnissen keine Aussagen dazu ableiten kann, ob Vorstellungsübungen auch bei professionellen Wettkämpfen einen Vorteil bringen können. Ob sich der Zusammenhang über die Jahre verändert hat oder bei welchen Sportarten er besonders stark oder schwach ist, kann man anhand der Ergebnisse nicht sagen. Die Forschenden haben diese Analysen nicht berechnet.
Welchen Alltagsbezug sehen die Forschenden in der Übersichtsarbeit?
Mit der Übersichtsarbeit zeigen die Forschenden, dass
Was ist noch zu beachten?
Wer hat die Übersichtsarbeit finanziert?
In der Übersichtsarbeit können keine Angaben dazu gefunden werden, wie diese finanziert wurde.
Berichten die Forschenden in der Übersichtsarbeit eigene Interessenkonflikte?
Die Forschenden machen keine Angaben dazu, ob bei ihnen ein