Worum geht es?
KLARpsy-Texte bereiten Forschungsergebnisse aus der Psychologie für die Öffentlichkeit auf. Dieser KLARpsy-Text wurde von Mitarbeitenden des Leibniz-Instituts für Psychologie verfasst. Der KLARpsy-Text fasst die Übersichtsarbeit mit dem Titel Creativity and Well‐being: A Meta‐analysis zusammen. Diese Übersichtsarbeit beinhaltet eine Metaanalyse. Die Übersichtsarbeit wurde 2020 veröffentlicht. Sie stammt von Selcuk Acar und vier weiteren Forschenden der Universität von North Texas und vier weiteren Instituten in den USA und den Niederlanden.
Was war das Ziel der Übersichtsarbeit?
Hintergrund:
Forschungsfrage:
Mit ihrer Übersichtsarbeit wollten die Forschenden herausfinden: 1) Wie hängen Kreativität und Wohlbefinden miteinander zusammen? 2) Wird dieser Zusammenhang von weiteren Merkmalen wie der Studienmethodik beeinflusst, also zum Beispiel, wie Kreativität und Wohlbefinden gemessen wurden?
Wie sind die Forschenden in der Übersichtsarbeit vorgegangen?
Welche Studien haben die Forschenden für die Übersichtsarbeit gesucht?
Die Forschenden suchten nach Studien, die untersuchten, wie
Welche Studien haben die Forschenden für die Übersichtsarbeit gefunden?
Die Forschenden fanden insgesamt 26 Studien aus den Jahren 2005 bis 2019, deren Ergebnisse sie mit einer Metaanalyse zusammenfassen konnten. Insgesamt sind das Studienergebnisse von 8 189 Personen.
Was haben die Forschenden in der Übersichtsarbeit gemacht?
In den 26 Studien schauten die Forschenden, wie Kreativität und Wohlbefinden zusammenhängen.
Was haben die Forschenden in der Übersichtsarbeit untersucht?
Die Forschenden untersuchten folgende Merkmale:
-
Kreativität - Gemessen mittels
- Tests, bei denen viele unterschiedliche Ideen gefunden werden sollten
- Selbstberichten, zum Beispiel in einem Fragebogen einschätzen, wie kreativ man ist
- kreativer Aktivitäten, zum Beispiel Malen oder Musizieren
- Gemessen mittels
-
Wohlbefinden
- Erfasst mit verschiedenen Tests, zum Beispiel zum persönlichen Wohlbefinden oder zur Lebenszufriedenheit
-
Merkmale der Teilnehmenden
- Geschlecht
- Alter
Hinweis der KLARpsy-Autor:innen
Sollten Ihnen Begriffe in diesem Abschnitt nicht vertraut sein, finden Sie eine Erklärung im KLARpsy-Wörterbuch.
Was sind die wichtigsten Ergebnisse?
Kreativität und Wohlbefinden hingen positiv miteinander zusammen. DieKorrelation r betrug 0.14. Das ist ein kleiner Zusammenhang. Je kreativer eine Person war, desto höher war im Durchschnitt auch ihr Wohlbefinden.- Die Art, wie Kreativität gemessen wurde, beeinflusste diesen Zusammenhang. Wenn Personen ihre Kreativität selbst einschätzten, war der Zusammenhang geringer. Wenn Kreativität durch kreative Aktivitäten erfasst wurde, war der Zusammenhang stärker. Am geringsten hingen Kreativität und Wohlbefinden zusammen, wenn Kreativität mit Tests zur Ideenfindung erfasst wurde.
- Weder das Alter noch das Geschlecht der Teilnehmenden hatten einen bedeutsamen Einfluss auf diesen Zusammenhang.
Wie lassen sich die Ergebnisse bewerten?
Was ist die Ursache für die Ergebnisse?
In der Übersichtsarbeit wurde ein Zusammenhang zwischen
Sind die Ergebnisse durch eingeschränktes Veröffentlichen von Studien verzerrt?
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Worum geht es? Eindeutige Forschungsergebnisse lassen sich leichter veröffentlichen als uneindeutige Ergebnisse. Das ist für Übersichtsarbeiten problematisch. Sie können unveröffentlichte Ergebnisse nämlich nicht berücksichtigen.
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Was bedeutet das für die vorliegende Übersichtsarbeit? Die Forschenden fanden keine Hinweise auf solche Verzerrungen. Sie nehmen deshalb an, dass der Zusammenhang zwischen Kreativität und Wohlbefinden tatsächlich ähnlich groß ist wie in ihrer Übersichtsarbeit berechnet.
Wie zuverlässig sind die Ergebnisse?
Die Forschenden geben zu bedenken: Die Studien unterschieden sich teilweise stark voneinander, zum Beispiel darin, wer untersucht wurde. Außerdem fanden kreative Aktivitäten oft in Gruppen statt. Deshalb ist unklar, ob das Wohlbefinden durch die Kreativität selbst oder durch den Kontakt mit anderen Menschen beeinflusst wurde. Außerdem konnte die Übersichtsarbeit nicht zwischen verschiedenen Formen der kreativen Tätigkeit unterscheiden. Ob zum Beispiel Musizieren eher mit dem Wohlbefinden zusammenhägt als Malen, lässt sich nicht sagen.
Welchen Alltagsbezug sehen die Forschenden in der Übersichtsarbeit?
Die Forschenden schließen aus der Übersichtsarbeit, dass kreative Tätigkeiten wie Schreiben, Malen oder Musizieren das Wohlbefinden steigern könnten. Kreativ zu sein kann dabei helfen, sich selbst besser kennenzulernen und mehr Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten zu entwickeln. Schon kleine kreative Aktivitäten könnten dazu beitragen, positive Stimmung zu fördern und das eigene Wohlbefinden zu verbessern.
Was ist noch zu beachten?
Wer hat die Übersichtsarbeit finanziert?
In der Übersichtsarbeit können keine Angaben dazu gefunden werden, wie diese finanziert wurde.
Berichten die Forschenden in der Übersichtsarbeit eigene Interessenkonflikte?
Die Forschenden machen keine Angaben dazu, ob bei ihnen ein