Worum geht es?
KLARpsy-Texte bereiten Forschungsergebnisse aus der Psychologie für die Öffentlichkeit auf. Dieser KLARpsy-Text wurde von Mitarbeitenden des Leibniz-Instituts für Psychologie verfasst. Der KLARpsy-Text fasst die Übersichtsarbeit mit dem Titel Global burden of post-traumatic stress disorder and major depression in countries affected by war between 1989 and 2019: a systematic review and meta-analysis zusammen. Diese Übersichtsarbeit beinhaltet eine Metaanalyse. Die Übersichtsarbeit wurde 2021 veröffentlicht. Sie stammt von Thole H. Hoppen und drei weiteren Forschenden von der Universität Münster aus Deutschland und der Queen Mary University of London aus Großbritannien.
Was war das Ziel der Übersichtsarbeit?
Hintergrund:
Einen Krieg zu erleben, ist für die Bevölkerung des betroffenen Landes belastend. Zwischen 1989 und 2019 haben etwa ein Sechstel aller Personen auf der Welt einen Krieg erlebt. Wie viele von ihnen heute eine
Forschungsfrage:
Mit ihrer Übersichtsarbeit wollten die Forschenden herausfinden: Wie viele der Personen, die einen Krieg überlebt haben, leiden unter einer posttraumatischen Belastungsstörung oder einer Depression?
Wie sind die Forschenden in der Übersichtsarbeit vorgegangen?
Welche Studien haben die Forschenden für die Übersichtsarbeit gesucht?
Die Forschenden wollten herausfinden, wie viele der Teilnehmenden eine posttraumatische Belastungsstörung oder Depression haben und diesen Anteil auf alle Personen, die im Jahr 2019 lebten und mindestens einen Krieg erlebt haben, umrechnen. So würden sie sie zu einer Schätzung kommen, wie viele Kriegsüberlebende weltweit von diesen Störungen betroffen sind. Die Forschenden suchten hierfür nach Studien über die Bevölkerung eines Landes, in dem zwischen 1989 und 2019 Krieg war. In den Studien sollte untersucht worden sein, ob die Personen eine
Welche Studien haben die Forschenden für die Übersichtsarbeit gefunden?
Die Forschenden fanden 22 Studien mit insgesamt 15 420 Teilnehmenden zu posttraumatischer Belastungsstörung, 13 Studien mit insgesamt 9 836 Teilnehmenden zu Depressionen und 6 Studien mit insgesamt 1 131 Teilnehmenden zu posttraumatischer Belastungsstörung mit Depressionen. Die Teilnehmenden stammen aus dem Sudan, Palästina, Algerien, dem Kosovo, Ruanda, Liberia, dem Kongo, Uganda, Kroatien, Serbien, Bosnien und Herzegowina, Sri Lanka und der Türkei. Zum Zeitpunkt der Studien war der Krieg in den Ländern unterschiedlich lange her. Im Durchschnitt sind sieben Jahre seit Kriegsende vergangen. Die posttraumatischen Belastungsstörungen und Depressionen wurden größtenteils durch professionelle Personen, zum Beispiel Psychotherapeut:innen, anhand eines strukturierten Diagnose-Interviews festgestellt.
Was haben die Forschenden in der Übersichtsarbeit untersucht?
Folgende Merkmale haben die Forschenden untersucht:
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Hat die Person eine
posttraumatische Belastungsstörung ? Dazu gehört unter anderem:- Die Person erlebt das traumatische Ereignis in Form von Flashbacks oder Albträumen immer wieder.
- Die Person vermeidet Gedanken oder Erinnerungen an das Ereignis.
- Die Person ist übermäßig erregt, kann zum Beispiel nicht gut schlafen oder sich nur schlecht konzentrieren.
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Hat die Person eine
Depression ? Dazu gehört unter anderem:- Verlust von Freude oder Interesse
- Schlafstörungen
- Verminderte Konzentration
- Gedanken an Selbsttötung
Hinweis der KLARpsy-Autor:innen
Sollten Ihnen Begriffe in diesem Abschnitt nicht vertraut sein, finden Sie eine Erklärung im KLARpsy-Wörterbuch.
Was sind die wichtigsten Ergebnisse?
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Etwa 27% der Befragten hatten eine
posttraumatische Belastungsstörung . Das ist etwa jede vierte Person. Bei weltweit 854 Millionen Kriegsüberlebenden ergibt das umgerechnet 227 Millionen Personen, die eine posttraumatische Belastungsstörung haben. -
Etwa 23% der Befragten hatten eine Depression. Das ist etwa jede vierte Person. Umgerechnet ergibt das 199 Millionen Kriegsüberlebende, die eine Depression haben.
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Etwa 55% der Personen mit posttraumatischer Belastungsstörung hatten auch eine Depression. Das bedeutet, dass umgerechnet etwa 110 Millionen Kriegsüberlebende sowohl eine posttraumatische Belastungsstörung als auch Merkmale einer Depression haben.
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Insgesamt haben umgerechnet etwa 316 Millionen Menschen, die einen Krieg erlebt haben, eine posttraumatische Belastungsstörung oder eine Depression oder beides. Das ist etwa jede dritte Person.
Welchen Alltagsbezug sehen die Forschenden in der Übersichtsarbeit?
Weltweit haben etwa 316 Millionen Personen, die einen Krieg überlegt haben, eine
Wie lassen sich die Ergebnisse einordnen?
Was ist die Ursache für die Ergebnisse?
In der Übersichtsarbeit wurde berechnet, wie viele Personen, die einen Krieg überlebt haben, von
Sind die Ergebnisse durch Publication Bias verzerrt?
Die Forschenden fanden keine Hinweise auf Hinweise auf
Wie zuverlässig sind die Ergebnisse?
Die Forschenden konnten nicht zu jedem Land, in dem ein Krieg stattfand, eine Studie finden. Daher kann man die Ergebnisse nicht auf Länder übertragen, zu denen es keine Studien gab. Außerdem fehlte es an Studien, die die Entwicklung der Belastungsstörungen über einen längeren Zeitraum untersuchten.
Was ist noch zu beachten?
Wer hat die Übersichtsarbeit finanziert?
Die Erstellung der Übersichtsarbeit wurde nicht durch Dritte, zum Beispiel Stiftungen oder Unternehmen, finanziell gefördert oder unterstützt.
Berichten die Forschenden in der Übersichtsarbeit eigene Interessenkonflikte?
Die Forschenden berichten, dass keine