Worum geht es?
KLARpsy-Texte bereiten Forschungsergebnisse aus der Psychologie für die Öffentlichkeit auf. Dieser KLARpsy-Text wurde von Mitarbeitenden des Leibniz-Instituts für Psychologie verfasst. Der KLARpsy-Text fasst die Übersichtsarbeit mit dem Titel What puts individuals at risk for physical intimate partner violence perpetration? A Meta-Analysis examining risk markers for men and women zusammen. Diese Übersichtsarbeit beinhaltet eine Metaanalyse. Die Übersichtsarbeit wurde 2020 veröffentlicht. Sie stammt von Chelsea M. Spencer und zwei weiteren Forschenden von der Kansas State University und der Loma Linda University aus den USA.
Was war das Ziel der Übersichtsarbeit?
Hintergrund:
Körperliche Gewalt in Partnerschaften hat schlimme Folgen für die Betroffenen. Damit Strategien entwickelt werden können, Gewalt in Partnerschaften vorzubeugen, ist es wichtig
Forschungsfrage:
Mit ihrer Übersichtsarbeit wollten die Forschenden herausfinden: Welche Merkmale des Täters oder der Täterin hängen mit körperlicher Gewalt in heterosexuellen Partnerschaften zusammen?
Wie sind die Forschenden in der Übersichtsarbeit vorgegangen?
Welche Studien haben die Forschenden für die Übersichtsarbeit gesucht?
Die Forschenden suchten nach Studien, in denen körperliche Gewalt in heterosexuellen Partnerschaften erfasst wurde. Die Partnerschaften sollten aus einem erwachsenen Mann und einer erwachsenen Frau bestehen. Außerdem sollten verschiedene
Welche Studien haben die Forschenden für die Übersichtsarbeit gefunden?
Die Forschenden fanden 503 Studien mit insgesamt 63 Risikofaktoren aus den Jahren 1980 bis 2018.
Was haben die Forschenden in der Übersichtsarbeit gemacht?
In den 503 Studien schauten die Forschenden, welche Risikofaktoren mit körperlicher Gewalt in Partnerschaften zusammenhängen. Dabei schauten sie auch, ob es Unterschiede zwischen Männern und Frauen gibt.
Was haben die Forschenden in der Übersichtsarbeit untersucht?
Folgende Merkmale haben die Forschenden unter anderem untersucht:
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Mögliche Risikofaktoren:
- Die Person übt
psychische Gewalt in der Partnerschaft aus. - Die Person konsumiert Drogen oder Alkohol.
- Die Person erfährt selbst körperliche oder sexuelle Gewalt in der Partnerschaft oder hat sie erfahren.
- Die Person hat psychische Probleme.
- Die Person übt
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Geschlecht
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Die Person übt körperliche Gewalt in der Partnerschaft aus.
Hinweis der KLARpsy-Autor:innen
Sollten Ihnen Begriffe in diesem Abschnitt nicht vertraut sein, finden Sie eine Erklärung im KLARpsy-Wörterbuch.
Was sind die wichtigsten Ergebnisse?
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In der Partnerschaft
psychisch gewalttätig zu sein, erhöhte das Risiko, auch körperlich gewalttätig zu sein. Das Maß für den Zusammenhangr betrug 0.53. Das ist ein großer Zusammenhang zwischen psychischer und körperlicher Gewalttätigkeit. -
Drogen- und Alkoholkonsum hing ebenfalls damit zusammen, ob Personen in einer Partnerschaft körperlich gewalttätig sind. Das Maß für den Zusammenhang r betrug für Drogenkonsum 0.22 und für Alkoholkonsum 0.21. Das sind kleine Zusammenhänge.
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Eigene Erfahrungen körperlicher oder sexueller Gewalt in der Partnerschaft erhöhten das Risiko, selbst in der Partnerschaft gewalttätig zu sein. Das Maß für den Zusammenhang r betrug 0.52 für körperliche und 0.44 für sexuelle Gewalt. Das sind große bis mittelgroße Zusammenhänge.
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Psychische Probleme zu haben erhöhte das Risiko, in der Partnerschaft gewalttätig zu sein. Der Zusammenhang r betrug 0.27. Das ist ein kleiner Zusammenhang.
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Die Zusammenhänge unterschieden sich zum Teil zwischen Täterinnen und Tätern. Zum Beispiel war der Zusammenhang zwischen Alkoholkonsum und Gewalt bei Männern größer.
Wie lassen sich die Ergebnisse bewerten?
Was ist die Ursache für die Ergebnisse?
In der Übersichtsarbeit wurden Zusammenhänge von verschiedenen
Sind die Ergebnisse durch eingeschränktes Veröffentlichen von Studien verzerrt?
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Worum geht es? Eindeutige Forschungsergebnisse lassen sich leichter veröffentlichen als uneindeutige Ergebnisse. Das ist für Übersichtsarbeiten problematisch. Sie können unveröffentlichte Ergebnisse nämlich nicht berücksichtigen.
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Was bedeutet das für die vorliegende Übersichtsarbeit? Die Forschenden fanden keine Hinweise auf solche Verzerrungen. Sie nehmen deshalb an, dass der Zusammenhang der Risikofaktoren mit körperlicher Gewalt in Partnerschaften ähnlich groß ist wie in ihrer Übersichtsarbeit berechnet.
Wie zuverlässig sind die Ergebnisse?
Die Forschenden geben an, dass es zu wenige Studien gab, die gesellschaftliche Risikofaktoren untersuchten. Die Ergebnisse lassen zudem nur Rückschlüsse über heterosexuelle Partnerschaften zu.
Welchen Alltagsbezug sehen die Forschenden in der Übersichtsarbeit?
Gezielte vorbeugende Maßnahmen könnten körperliche Gewalt in Partnerschaften verhindern. Solche Maßnahmen könnten zum Beispiel darauf abzielen, die psychische Gesundheit zu stärken oder Drogen- und Alkoholmissbrauch einzudämmen.
Was ist noch zu beachten?
Wer hat die Übersichtsarbeit finanziert?
Die Erstellung der Übersichtsarbeit wurde nicht durch Dritte, zum Beispiel Stiftungen oder Unternehmen, finanziell gefördert oder unterstützt.
Berichten die Forschenden in der Übersichtsarbeit eigene Interessenkonflikte?
Die Forschenden berichten, dass keine