Worum geht es?
KLARpsy-Texte bereiten Forschungsergebnisse aus der Psychologie für die Öffentlichkeit auf. Dieser KLARpsy-Text wurde von Mitarbeitenden des Leibniz-Instituts für Psychologie verfasst. Der KLARpsy-Text fasst die Übersichtsarbeit mit dem Titel Body appreciation and its psychological correlates: A systematic review and meta-analysis zusammen. Diese Übersichtsarbeit beinhaltet eine Metaanalyse. Die Übersichtsarbeit wurde 2022 veröffentlicht. Sie stammt von Jake Linardon und drei weiteren Forschenden von der Deakin Universität in Australien und der Ohio State Universität in den Vereinigten Staaten.
Was war das Ziel der Übersichtsarbeit?
Hintergrund:
Wer den eigenen Körper annimmt und wertschätzt, hat seltener Probleme mit dem Essen oder mit negativen Gedanken über das eigene Aussehen. Außerdem verstehen Menschen mit einer hohen
Forschungsfrage:
Mit ihrer Übersichtsarbeit wollten die Forschenden herausfinden: Wie hängen Merkmale psychischer Gesundheit damit zusammen, wie sehr Menschen ihren Körper wertschätzen?
Wie sind die Forschenden in der Übersichtsarbeit vorgegangen?
Welche Studien haben die Forschenden für die Übersichtsarbeit gesucht?
Die Forschenden suchten nach Studien, die untersuchten, wie die Körperwertschätzung einer Person mit verschiedenen Merkmalen psychischer Gesundheit zusammenhängt. Die Wertschätzung musste mit standardisierten Fragebögen, zum Beispiel der Body Appreciation Scale, gemessen worden sein. Eine Aussage in diesem Fragebogen lautet beispielsweise: “Ich fühle mich gut in meinem Körper.”
Welche Studien haben die Forschenden für die Übersichtsarbeit gefunden?
Die Forschenden fanden insgesamt 240 Studien aus den Jahren 2005 bis 2022, deren Ergebnisse sie mit einer Metaanalyse zusammenfassen konnten. Insgesamt sind das Studienergebnisse von über 120 000 Personen im Alter von etwa 9 bis über 70 Jahren. Die Personen stammten überwiegen aus den USA, Großbritannien und Australien.
Was haben die Forschenden in der Übersichtsarbeit gemacht?
In den 240 Studien schauten die Forschenden, wie verschiedene psychologische Merkmale damit zusammenhängen, wie sehr Personen ihren Körper wertschätzen.
Was haben die Forschenden in der Übersichtsarbeit untersucht?
Die Forschenden untersuchten unter anderem folgende Merkmale:
-
Körperwertschätzung -
Essverhalten und Probleme mit dem eigenen Körperbild
- Zum Beispiel:
- danach streben, besonders schlank oder muskulös zu sein
- das Essen stark kontrollieren und sich vieles verbieten
- sich mit anderen vergleichen
- Zum Beispiel:
-
Merkmale psychischen Wohlbefindens
- Zum Beispiel:
- gut mit den eigenen Gefühlen umgehen können, zum Beispiel negative Gefühle wie Angst oder Wut gut steuern zu können
- zufrieden mit dem eigenen Körper sein
- Selbstmitgefühl haben
- Zum Beispiel:
-
Psychische Beschwerden
- Zum Beispiel:
- Angst
- depressive Beschwerden
- allgemeine Belastung und negative Gefühle
- Zum Beispiel:
Hinweis der KLARpsy-Autor:innen
Sollten Ihnen Begriffe in diesem Abschnitt nicht vertraut sein, finden Sie eine Erklärung im KLARpsy-Wörterbuch.
Was sind die wichtigsten Ergebnisse?
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Das Essverhalten und Probleme mit dem eigenen Körperbild hingen damit zusammen, wie sehr eine Person ihren Körper wertschätzte. Die
Korrelation r betrug zwischen 0.19 und 0.53. Das sind kleine bis mittelgroße Zusammenhänge. Je mehr eine Person ihren Körper wertschätze, desto weniger Probleme hatte sie mit ihrem Körperbild und ihrem Essverhalten. So strebte sie zum Beispiel weniger danach, besonders schlank oder muskulös zu sein, oder kontrollierte ihr Essen weniger stark. -
Merkmale psychischen Wohlbefindens hingen ebenfalls damit zusammen, wie sehr eine Person ihren Körper wertschätzte. Die Korrelationen r betrugen zwischen 0.32 und 0.73. Das sind mittelgroße bis große Zusammenhänge. Je mehr Personen ihren Körper wertschätzten, desto besser war ihr psychisches Wohlbefinden. So konnten sie zum Beispiel besser mit den eigenen Gefühlen umgehen, waren zufriedener mit dem eigenen Körper und hatten ein höheres
Selbstmitgefühl . -
Auch psychische Beschwerden hingen damit zusammen, wie sehr eine Person ihren Körper wertschätzte. Die Korrelation r betrug zwischen 0.26 und 0.46. Das sind kleine bis mittelgroße Zusammenhänge. Je mehr Personen ihren Körper wertschätzten, desto weniger psychische Beschwerden hatten sie. So hatten sie zum Beispiel weniger Ängste.
Wie lassen sich die Ergebnisse bewerten?
Was ist die Ursache für die Ergebnisse?
In der Übersichtsarbeit wurden mehrere Zusammenhänge zwischen Merkmalen psychischer Gesundheit und der
Sind die Ergebnisse durch eingeschränktes Veröffentlichen von Studien verzerrt?
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Worum geht es? Eindeutige Forschungsergebnisse lassen sich leichter veröffentlichen als uneindeutige Ergebnisse. Das ist für Übersichtsarbeiten problematisch. Sie können unveröffentlichte Ergebnisse nämlich nicht berücksichtigen.
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Was bedeutet das für die vorliegende Übersichtsarbeit? Die Forschenden machen keine Angaben dazu, ob es Hinweise auf solche Verzerrungen gibt. Ob die Zusammenhänge zwischen Merkmalen psychischer Gesundheit und der
Körperwertschätzung tatsächlich kleiner sind als in dieser Übersichtsarbeit berechnet, bleibt damit unklar.
Wie zuverlässig sind die Ergebnisse?
Die Forschenden geben zu bedenken: Die einzelnen Studien kamen teilweise zu sehr unterschiedlichen Ergebnissen. Woran das liegt, ist unklar. Das macht die Ergebnisse unsicherer. Außerdem nahmen überwiegend weiße, junge Frauen aus westlichen Ländern teil. Dadurch ist unklar, ob die Ergebnisse auch für andere Gruppen gelten, zum Beispiel für Männer, ältere Menschen oder Personen aus anderen Ländern.
Welchen Alltagsbezug sehen die Forschenden in der Übersichtsarbeit?
Personen, die ihren Körper wertschätzen und akzeptieren, fühlen sich im Alltag oft wohler und haben weniger Probleme mit dem Essen. Den Körper wertzuschätzen kann also gut für die psychische Gesundheit sein. Deshalb kann sie ein wichtiges Ziel für Programme sein, die die Gesundheit fördern.
Was ist noch zu beachten?
Wer hat die Übersichtsarbeit finanziert?
Ein Forscher wurde während der Erstellung der Übersichtsarbeit durch eine staatliche australische Forschungsförderorganisation finanziell unterstützt.
Berichten die Forschenden in der Übersichtsarbeit eigene Interessenkonflikte?
Die Forschenden berichten, dass keine