Worum geht es?
KLARpsy-Texte bereiten Forschungsergebnisse aus der Psychologie für die Öffentlichkeit auf. Der KLARpsy-Text fasst die Übersichtsarbeit mit dem Titel Are children of Holocaust survivors less well-adapted? A meta-analytic investigation of secondary traumatization zusammen. Der KLARpsy-Text wurde von Eleftheria Vlachou und Mitarbeitenden des Leibniz-Instituts für Psychologie gemeinsam verfasst. Diese Übersichtsarbeit beinhaltet eine Metaanalyse. Die Übersichtsarbeit wurde 2003 veröffentlicht. Sie stammt von Marinus H. van IJzendoorn und zwei weiteren Forschenden von der Universität Leiden in den Niederlanden und der Universität Haifa in Israel.
Was war das Ziel der Übersichtsarbeit?
Hintergrund:
Im letzten Jahrhundert gab es viele Völkermorde, darunter der Holocaust in Europa. Die Überlebenden haben Schlimmes erlebt. Forschende stellten sich die Frage, inwiefern sich diese traumatischen Erlebnisse auf die Kinder der Überlebenden auswirken. Manche Studien stellten fest, dass sich die Erlebnisse negativ auf die Kinder auswirken. Andere Studien zeigen jedoch, dass Kinder von Holocaust-Überlebenden oft normal in ihrem Leben klarkommen.
Forschungsfrage:
Mit ihrer Übersichtsarbeit wollten die Forschenden herausfinden: 1) Geht es Nachfahren von Holocaust-Überlebenden psychisch schlechter als anderen Personen? 2) Sind manche Nachfahren von Holocaust-Überlebenden anfälliger dafür als andere?
Wie sind die Forschenden in der Übersichtsarbeit vorgegangen?
Welche Studien haben die Forschenden für die Übersichtsarbeit gesucht?
Die Forschenden wollten herausfinden, ob es den Nachfahren von Holocaust-Überlebenden psychisch schlechter geht als Personen, deren Eltern nicht im Holocaust verfolgt wurden. Dafür suchten sie nach Studien, die die psychische Gesundheit von Nachfahren von Holocaust-Überlebenden mit der
Welche Studien haben die Forschenden für die Übersichtsarbeit gefunden?
Die Forschenden fanden 31 Studien aus den Jahren 1973 bis 2003, deren Ergebnisse sie mit einer Metaanalyse zusammenfassen konnten. Insgesamt sind das Studienergebnisse von 4 418 Personen.
Was haben die Forschenden in der Übersichtsarbeit untersucht?
Folgende Merkmale untersuchten die Forschenden:
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Allgemeine
psychische Gesundheit , unter anderem:- Psychisches Wohlbefinden
- Anzeichen von
posttraumatischem Stress - Anzeichen von anderen psychischen Störungen
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Waren oder sind die Eltern der Person Holocaust-Überlebende?
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Weitere Merkmale der Teilnehmenden
- Hat die Person weitere psychische oder körperliche Beeinträchtigungen (z. B. Krebserkrankung, eigenes Kriegstrauma)?
- Sind eines oder beide Elternteile Holocaust-Überlebende?
Hinweis der KLARpsy-Autor:innen
Sollten Ihnen Begriffe in diesem Abschnitt nicht vertraut sein, finden Sie eine Erklärung im KLARpsy-Wörterbuch.
Was sind die wichtigsten Ergebnisse?
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Nachfahren von Holocaust-Überlebenden hatten schlechtere Werte in der
psychischen Gesundheit als Personen, deren Eltern nicht im Holocaust verfolgt wurden. Das Maß für den Unterschiedd betrug 0.28. Das ist ein kleiner Unterschied. Das bedeutet: Etwa 61 von 100 Nachfahren von Holocaust-Überlebenden berichten von einer schlechteren psychischen Gesundheit als eine durchschnittliche Person, deren Eltern nicht im Holocaust verfolgt wurden. -
Berücksichtigten die Forschenden bei der Berechnung nur Daten von psychisch oder körperlich gesunden und zufällig ausgewählten Personen, zeigte sich kein bedeutsamer Unterschied in der psychischen Gesundheit zwischen Nachfahren von Holocaust-Überlebenden und Personen, deren Eltern nicht im Holocaust verfolgt wurden.
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Bei Nachfahren von Holocaust-Überlebenden, die körperlich oder psychisch zusätzlich beeinträchtigt waren, war der Unterschied zu Personen, deren Eltern nicht im Holocaust verfolgt wurden, noch größer. Der Unterschied d betrug hier 0.53. Das ist ein mittelgroßer Unterschied. Etwa 70 von 100 körperlich oder psychisch beeinträchtiger Nachfahren von Holocaust-Überlebenden berichten von schlechterer psychischer Gesundheit als eine durschnittliche Person, deren Eltern nicht im Holocaust verfolgt wurden.
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Waren beide Eltern Holocaust-Überlebende, war der Unterschied zu Personen, deren Eltern nicht im Holocaust verfolgt wurden, noch größer. Der Unterschied d betrug hier 0.57. Das ist ein mittelgroßer Unterschied. Etwa 72 von 100 Personen, bei denen beide Eltern im Holocaust verfolgt wurden, berichten von schlechterer psychischer Gesundheit als eine durchschnittliche Person, deren Eltern nicht im Holocaust verfolgt wurden.
Welchen Alltagsbezug sehen die Forschenden in der Übersichtsarbeit?
Die Forschenden machen keine Angaben zur Bedeutung ihrer Ergebnisse im Alltag.
Wie lassen sich die Ergebnisse einordnen?
Was ist die Ursache für die Ergebnisse?
In der Übersichtsarbeit wurden mehrere Unterschiede in der
Sind die Ergebnisse durch Publication Bias verzerrt?
Die Forschenden machen keine Angaben dazu, ob es Hinweise auf
Wie zuverlässig sind die Ergebnisse?
Die Forschenden machen keine Angaben zu möglichen Einschränkungen der Aussagekraft und Zuverlässigkeit ihrer Ergebnisse.
Was ist noch zu beachten?
Wer hat die Übersichtsarbeit finanziert?
In der Übersichtsarbeit können keine Angaben dazu gefunden werden, wie diese finanziert wurde.
Berichten die Forschenden in der Übersichtsarbeit eigene Interessenkonflikte?
Die Forschenden machen keine Angaben dazu, ob bei ihnen ein